Josef Haas – Biografie eines Donauschwaben aus Palanka (Batschka)
Josef Haas (1922–2003) wuchs als Volksdeutscher in der Batschka, im ehemaligen Königreich Jugoslawien, auf und erlebte den Leidensweg der Donauschwaben während des Zweiten Weltkrieges hautnah.
Kurzbeschreibung (zur Weiterverwendung)
Josef Haas (1922–2003) wuchs als Volksdeutscher in der Batschka, im ehemaligen Königreich Jugoslawien, auf und erlebte den Leidensweg der Donauschwaben während des Zweiten Weltkrieges hautnah. In seiner Biografie berichtet er von seinem Leben zwischen den Jahren 1933 und 1946 – einer Geschichte von Kühnheit, Einfallsreichtum, Liebe, Heimatverlust und dem Beginn einer kriminalistischen Karriere, die bis heute Spuren hinterlassen hat. Seine Biografie ist ein Zeitzeugnis der donauschwäbischen Geschichte. Herausgegeben von seinem Enkel Alessandro Haas mit behutsamer Bearbeitung, Kommentaren und historischen Anmerkungen. Weitere Informationen unter: alessandrohaas.de/josef-haas.
Frei zur Weiterverwendung auf genealogischen Webseiten, bitte mit Link zurück zur Quelle.
Hintergrund zur Biografie von Josef Haas
Die Autobiografie von Josef Haas beleuchtet sein Leben als junger donauschwäbischer Mann im ehemaligen Königreich Jugoslawien zwischen 1922 und 1946. Aufgewachsen in der volksdeutschen Gemeinde von Palanka in der Batschka, schildert Josef Haas in lebendigen, oft dramatischen Episoden seine Kindheit an der Donau, seine Ausbildung zum Elektriker, die Kriegsjahre und die Flucht aus der Heimat, die abenteuerliche Rückkehr in seine alte Heimat und die Rettung seiner Mutter aus dem Internierungslager in Schowe, sowie den Neuanfang als Flüchtling in Deutschland und den Beginn seiner Karriere als Kriminalist.
Die Biografie wurde von seinem Enkel Alessandro Haas auf Basis eines Typoskripts aus dem Familienarchiv digitalisiert, editiert und ergänzt. Der Text wurde weitgehend im Original belassen, stilistisch geglättet und mit historischen Kommentaren versehen. Ziel war es, die Erzählung für künftige Generationen lesbar zu machen, ohne ihre Authentizität zu verlieren. Ergänzt wird das Werk durch historisches Bildmaterial.
Das Buch ist in zwei Fassungen erhältlich: als hochwertig produzierte Hardcover-Edition mit Fadenbindung für private Sammlungen, sowie als Digitale Edition zur privaten und wissenschaftlichen Nutzung.
Diese Lebensgeschichte ist mehr als nur Familiengeschichte – sie wirft ein Licht auf ein verdrängtes Kapitel europäischer Zeitgeschichte. Forschende, Nachkommen und historisch Interessierte sind herzlich eingeladen, sich mit dem Herausgeber auszutauschen.
Familiennamen & Ortsnamen aus der Biografie
Diese Biografie von Josef Haas könnte für Sie von besonderem Interesse sein, wenn Sie bei Ihrer eigenen Ahnenforschung auf familiäre Verbindungen zu folgenden Namen oder Orten gestoßen sind.
Erwähnte Familiennamen
(Auswahl, nicht vollständig – in der Reihenfolge der Erwähnung)
- HAAS (Josefs männliche Linie)
- SCHREIBER (Onkel)
- POPOVIĆ (Hebamme)
- KAPLA (Josefs mütterliche Linie)
- LEIST und ARVAY (Taufpaten)
- MAURER (Großmutter väterlicherseits)
- ZUGEBER (Lehrling)
- BAUER (Gastwirt)
- HIEL (Ausgewanderte Verwandte in den USA)
- WILDE (Großmutter mütterlicherseits)
- WILLER (Ur-Großmutter väterlicherseits)
- APPL (Ur-Großmutter mütterlicherseits)
- TRAGEISER (Ur-Großmutter mütterlicherseits)
- TIEFENBACH
- POLLAK (Ur-Großmutter mütterlicherseits)
- WENTZL
- SZEKERESCH (Verwandte in den USA)
- SCHAGER
- KLEER
- PILLER, ZAR, HÄRING, SCHURNHÄUSER, LAUBER, KLEESPIES (Spielkameraden, um 1927)
- GAUSS und NUSPL (Lehrer in Palanka, um 1930)
- BAHMER, MOSTHOF (Freunde, um 1936)
- KLEESPIES Franz, MAURER Johann, SCHERER Hans, BOGSCHÜTZ Karl (Kameraden, gefallen in Russland, 1943)
- BECK (Schwiegergroßeltern)
Erwähnte Orte & Städte
- Palanka (Alt- und Neu-Palanka) – Herkunftsort der Familie Haas
- Ilok – Weingarten der Familie auf dem Božino Brdo
- Belgrad – Hauptstadt
- Futog – Wohnort von Verwandten (Nemes)
- Hodschag – Wohnort von Verwandten (Kleer und Marschall)
- Novi Sad (Neusatz) – regionale Hauptstadt
- Apatin, Sombor, Subotica, Vršac – bedeutende Städte der Batschka
- Kuhberg bei Brünn – militärische Grundausbildung
- Wien – militärische Spezialausbildung und Ingenieursschule
- Newel an der Lovat, Welikije Luki, Riga, Budapest – Stationen an der Ostfront
- Namslau – Flüchtlingslager
- Vrdnik – Internierung des Vaters und Zwangsarbeit im Kohlenbergwerk
- Schowe (heute Ravno Selo) – Internierung der Mutter und Zwangsarbeit in einer Hanffabrik
- Gakovo – Internierungslager, in dem die Großmutter verhungerte
- Karlsruhe – Flüchtlingsunterkunft und erste Arbeitsstelle als Kriminalist
Wenn Sie in Ihrer eigenen Familienforschung mit diesen Namen oder Regionen in Berührung gekommen sind, kann diese Biografie wertvolle Hinweise, zeitgeschichtlichen Kontext oder sogar direkte Anknüpfungspunkte liefern. Besonders für Nachkommen der Donauschwaben aus Palanka stellt diese Lebensgeschichte eine seltene und persönliche Quelle dar.
Interesse an der Biografie?
Wenn Sie die Biografie von Josef Haas selbst lesen möchten, kontaktieren Sie bitte den Herausgeber:
Alessandro Haas
aha@alessandrohaas.de
www.alessandrohaas.de/josef-haas
Es gibt zwei Ausgaben:
- 📕 Print Edition: hochwertig gedruckt, fadengebunden, Hardcover (240 Seiten)
- 💾 Digitale Edition: als durchsuchbare PDF-Datei für private und historische Forschungszwecke
Gerne sende ich Ihnen auf Anfrage weitere Informationen oder ein Exemplar zu. Ich freue mich über den Austausch mit anderen Familienforschern, Historikern oder Nachkommen der Donauschwaben.
Editor’s Note: Zur Entstehung dieser Biografie
Am 11. November 2003 verstarb Josef Haas im Alter von 81 Jahren in Stuttgart. Er hinterließ seinen Nachkommen seine Lebensaufzeichnungen in Form eines Typoskripts, abgeheftet in einem schwarzen Ringbuch. Dieses Typoskript bildet die Grundlage der vorliegenden Biografie.
Ich begann meine Arbeiten an diesem Material am 28. Dezember 2005 mit der Digitalisierung der ersten Seiten. Der Abschluss des Buches und die Übergabe an den Druck erfolgten am 2. Januar 2026 – mehr als zwanzig Jahre nach Beginn dieser Arbeit.
Mein Name ist Alessandro Haas, geboren am 6. August 1986 in Backnang als Sohn von Bernhard Haas, Sohn des Josef Haas. Als Nachkomme habe ich mich entschlossen, die Lebensgeschichte meines Großvaters zu bewahren und in gedruckter Form zugänglich zu machen.
Die Bearbeitung der Biografie erstreckte sich über viele Jahre mit längeren Unterbrechungen. In dieser Zeit schloss ich ein Studium ab, gründete eine Familie, wurde Vater und zog mit meiner Familie mehrfach um. Der Großteil der redaktionellen Arbeit wurde schließlich im Jahr 2025 in Finnland, unserer heutigen Heimat in Nord-Karelien, abgeschlossen.
Auch meine eigene Familie erlebte in dieser Zeit eine Auswanderung, wenn auch unter deutlich anderen Umständen als jene, von denen Josef Haas in seiner Biografie berichtet. Dieser persönliche Erfahrungshintergrund prägte zwangsläufig meinen Blick auf den Text, ohne jedoch dessen Inhalt zu verändern.
Josef Haas verfasste seine Erinnerungen auf einer schweizerischen Schreibmaschine des Typs SWISSA (Baujahr ab 1981, Economic-Typen Nova 1) und sammelte das Typoskript gemeinsam mit Stammdaten und Lichtbildern in einem Ringordner. Für interessierte Leserinnen und Leser soll im Folgenden kurz dargelegt werden, wie aus diesem Material das Buch entstand, das nun vorliegt.
Redaktioneller Bearbeitungsprozess
- Sämtliche Seiten des Typoskripts sowie die Bildanlagen wurden in hoher Auflösung eingescannt.
- Die Textseiten wurden anschließend mittels Texterkennungssoftware (OCR) in bearbeitbare Textdateien überführt.
- Aufgrund der Eigenschaften des Originals lieferte die Texterkennung nur fehlerhafte Ergebnisse. Daher wurden alle Texte sorgfältig korrigiert: zunächst mithilfe eines KI-gestützten Werkzeugs, anschließend durch einen manuellen Abgleich mit den Originalseiten.
- Der Text von Josef Haas wurde dabei nur behutsam angepasst. Die Rechtschreibung wurde vereinheitlicht, offensichtliche Fehler korrigiert und die Zeitformen konsistent in die Vergangenheitsform überführt. Inhalt und Erzählstimme blieben unverändert.
- Zur besseren Einordnung historischer Ereignisse wurden erklärende Zusatzinformationen ergänzt. Diese sind im Buch klar als Historische Anmerkungen gekennzeichnet und typografisch vom Originaltext abgegrenzt.
- Die im Anhang des Originals enthaltenen Fotografien wurden den passenden Stellen im Fließtext zugeordnet, digital restauriert und für den Druck aufbereitet.
- Satz und Gestaltung des gesamten Buches erfolgten mit der Layout-Software Scribus. In dieser Phase wurde zudem eine letzte Korrekturrunde anhand eines gedruckten Proof-Exemplars durchgeführt.
- Einzelne Ortsnamen wurden vorsichtig ergänzt oder angepasst, um sie für heutige Leserinnen und Leser besser auffindbar zu machen, ohne den historischen Charakter des Textes zu verfälschen.
Das fertige Werk umfasst 240 Seiten, wurde auf Werkdruckpapier gedruckt, fadengeheftet und als gebundenes Buch hergestellt.
Ich bin meinem Großvater sehr dankbar, dass er seinen Nachkommen diese Lebensaufzeichnungen hinterlassen hat. Er verstarb am 11. November 2003 in Stuttgart-Degerloch. Doch durch das Lesen seiner Worte und das Weitererzählen seiner Geschichte an meine eigenen Kinder bleibt die Erinnerung an ihn lebendig.
Alessandro Haas
Kuorevaara, Nord-Karelien, Finnland
30. Dezember 2025
Zusätzliche Materialien aus dem Familienarchiv
Im Zuge der redaktionellen Arbeiten an dieser Biografie traten mehrere Materialien zutage, die in engem Zusammenhang mit der Familiengeschichte von Josef Haas stehen, jedoch nicht vollständig in das gedruckte Buch integriert werden konnten. Die folgende Auswahl präsentiert einige dieser Dokumente in ihrer originalen Form.
Zwei handgezeichnete Karten von Palanka
Zu den erhaltenen Unterlagen zählen zwei handgezeichnete Karten von Palanka, auf denen Straßennamen sowie einzelne Hausparzellen mit Familiennamen verzeichnet sind. Während diese Karten in der Biografie nur am Rande erwähnt werden, bieten sie einen wertvollen räumlichen Kontext und erschließen sich insbesondere bei der Betrachtung in voller Auflösung.
Für Forschende, die mit den Familiennamen aus Palanka vertraut sind, können diese Karten zusätzliche Orientierung bieten oder als Vergleichsgrundlage mit anderen Quellen dienen.
Tatort Schachbrett – Eine Sammlung von Retro-Schachproblemen
Mit „Tatort Schachbrett“ veröffentlichte Josef Haas im Jahr 1999 eine Auswahl seiner Retro-Schachprobleme in Broschürenform. Die Sammlung vereint zwei Leidenschaften seines Lebens: die analytische Präzision der kriminalistischen Ermittlungsarbeit und die logische Tiefe des Problemschachs.
Ausgangspunkt des Titels ist eine kriminalistische Denkfigur, die Josef Haas von dem deutschen Kriminalisten Dr. Hans Schneickert übernahm:
Was? Wo? Wann? Wie? Womit? Warum? Und wer?
Diese Fragen, die zur Aufklärung eines Verbrechens führen, bilden auch den methodischen Kern der Retroanalyse im Schach. Das Schachbrett wird zum Tatort, der Löser zum Ermittler, der die Vorgeschichte einer Stellung rekonstruiert, Spuren deutet und den entscheidenden letzten Zug ermittelt.
Josef Haas gehörte seit den späten 1960er-Jahren zu den prägenden Persönlichkeiten des Retro-Problemschachs. Er komponierte rund 250 Retroaufgaben, von denen viele bei stark besetzten Turnieren ausgezeichnet wurden. Seine Arbeiten zeichnen sich durch große Klarheit, logische Stringenz und einen besonderen Sinn für kriminalistische „Indizien“ aus – eine Fähigkeit, die zweifellos mit seiner beruflichen Tätigkeit als Kriminalbeamter und forensischer Schriftexperte beim Landeskriminalamt Stuttgart verbunden war.
Die hier zusammengestellte Auswahl wurde anlässlich seines 75. Geburtstags angeregt und in Zusammenarbeit mit Weggefährten aus der Problemschach-Szene realisiert. Begleitet wird die Sammlung von einem einführenden Text, der die Nähe zwischen kriminalistischer Ermittlungsarbeit und retrospektivem Schachdenken anschaulich erläutert. Ziel der Broschüre war es ausdrücklich, auch jüngere Schachfreunde für diese anspruchsvolle und zugleich faszinierende Disziplin zu gewinnen.
Die digitale Fassung dieser Broschüre wird hier als zusätzliches Archivmaterial zur Verfügung gestellt. Sie ergänzt die biografischen Aufzeichnungen von Josef Haas um eine weitere Facette seines Denkens und Wirkens – und zeigt, wie konsequent sich sein analytischer Geist über unterschiedliche Lebensbereiche hinweg entfaltet hat.